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Ausstellung vom 9.9. bis 13.10.2016fb_icon_325x325

in der Amerika-Gedenkbibliothek
Blücherplatz 1, 10961 Berlin

Symposium Samstag 10.9.2016

Zur Ausstellung erschien eine Publikation, bestehend aus 21 Plakaten zu den Künstler_innen mit Texten und Abbildungen der Arbeiten, die Sie hier über den Revolver Verlag bestellen können


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beteiligte Künstler_Innen
Bettina AllamodaArnold DreyblattEckhard EtzoldNina Fischer / Maroan El SaniAdib FrickeKurt Grunow / Harry WalterKatharina HohmannChristiane ten HoevelKirsten JohannsenMarine Kaiser • Stefan KrüskemperJuliane Laitzsch • Seraphina LenzMichaela NasoetionInken ReinertEva-Maria SchönRoman SignerAmbroise TiècheStella VecianaElla Ziegler

Ausstellung
PUBLIC LIBRARY zeigt ortsspezifische Kunst für die Dauer einer Ausstellung in der Amerika Gedenkbibliothek in Berlin, begegnet ihr dort im öffentlichen Bücherspeicher, im gemeinschaftlichen Leseraum, mitten in der Bewegtheit von Lesenden und Suchenden. Mit unserem Vorhaben wollen wir künstlerisch über die AGB heute nachdenken. Der Titel der Ausstellung PUBLIC LIBRARY ist eine Anspielung auf den Kulturbildungsauftrag der Amerika Gedenkbibliothek, den sie qua Konzept der
Public Libraries, (wie es sie vor der Gründung der AGB nur in den USA gab) gegenüber der Bevölkerung vertritt. Das Projekt umkreist die interaktive, Bedeutungen schaffende und lernende Umorganisation der Bibliothek, die sich entlang der Bedürfnisse ihrer Nutzer_innen entwickelt. Es ist eine Art Brainstorming mittels Kunst; das Öffnen eines Diskurses, angebunden an die Vielschichtigkeit dieses so populären wie heute fragilen, vielfach befragten und sich selbst hinterfragenden Teils des öffentlichen Raums.

Wir haben Künstler_innen ausgesucht, deren Werke sehr unterschiedlich auf die Spezifika der öffentlichen Bibliothek eingehen, und ein Neudenken von Bibliothek als Kunst-, Kultur- und Bildungsraum – auch im poetischen Sinne – ermöglichen. Die ausgestellten Werke sind Installationen, Interventionen, partizipative Projekte, Objekte und Videofilme, die für die Dauer der Ausstellung im Innen- und im Außenraum der AGB zu sehen sein werden.

Entstehungsgeschichte
Die Amerika Gedenkbibliothek entstand, nachdem die Vereinigten Staaten von Amerika nach der Berliner Blockade 1949, einen Millionenbetrag für einen öffentlichen Zweck in die Hand des damaligen Berliner Bürgermeisters, Ernst Reuter, gelegt hatten. Die Bibliothek wurde nach dem Vorbild der amerikanischen „Public Library” von amerikanischen und deutschen Architekten, unter anderen von Fritz Bornemann, umgesetzt und am 20.9.1954 eingeweiht.
Nach ihrer Gründung 1954 war die AGB ein belebter, von vielen Bevölkerungsschichten besuchter Ort der allgemeinen Bildung – mit dem angegliederten bestuhlten Veranstaltungssaal für um die 400 Besucher – sogar ein Ort, an dem innovative, richtungsbildende Kulturveranstaltungen stattfanden: Lesungen, Konzerte und Theaterabende.

Im Zuge der Medialisierung und der damit einhergehenden Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von Kultur, aber sicherlich auch wegen der Vervielfältigung von Spielstätten und Kulturorten im wieder aufgebauten und wiedervereinigten Berlin, hat sich der Status dieser besonderen Bibliothek verändert. So ist die Amerika Gedenkbibliothek – wie alle Bibliotheken – heute in großer Veränderung begriffen. Das wird auch öffentlich beobachtet und diskutiert.

Die heute wieder neuen Fragen an die älteste öffentliche Bibliothek Deutschlands (auch im Sinne einer Public Library, das heißt auch, daß ein großer Teil des Buchbestands öffentlich im Lesesaal einsehbar ist und damit als Bildungsarsenal zugänglich für jeden) bleiben virulent und sind noch lange nicht gelöst. Nach welchen neuen Kulturtechniken fragen wir in der heutigen Wissensgesellschaft, wenn wir eine öffentliche Bibliothek betreten?

Freiheit
Die Gründung beruht auf der unbegrenzten Freiheit des menschlichen Geistes. Denn hier scheuen wir uns nicht, der Wahrheit auf allen Wegen zu folgen und selbst den Irrtum zu dulden, solange Vernunft ihn frei und unbehindert bekämpfen kann .“
Thomas Jefferson, dritter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Dieser Satz befindet sich auf einer Gedenkwand im Eingangsbereich der AGB. Er gibt die freiheitliche Ausrichtung der Bibliothek bei ihrer Eröffnung vor und markiert emphatisch ihre besondere Stellung. Das soziokulturelle Kreuzberger Umfeld hat sich in den letzten 50 Jahren sehr verändert. Nach der Maueröffnung – die Mauer war nur ein paar hundert Meter von der AGB entfernt – erfuhr die Bibliothek einen unerwartet hohen Zulauf. Die neue ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung Berlins benennt heute die neuen Aufgaben und Ziele des Hauses. Die sich ständig wandelnde und internationalisierende Zusammensetzung der Bibliotheksnutzer, 4000 Personen pro Tag, hat sich deutlich auf die Zusammensetzung des Buchbestands ausgewirkt. Längst steht neben englischer Literatur, auch türkische, polnische, italienische, portugiesische und spanische Literatur, sowie Literatur aus osteuropäischen Ländern.

Amerika Gedenkbibliothek heute
Die Amerika Gedenkbibliothek hat im September 2014 ihren sechzigsten Geburtstag gefeiert. Der Bücher- und Medienbestand der auf zwei Häuser aufgeteilten Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) wächst kontinuierlich – im Moment handelt es sich um etwa 3,4 Millionen Medien. Die Bestände der AGB, in den Bereichen Musik, Kunst, Bühne, Medien, Geistes- und Sozialwissenschaften, Literatur, Sprachen, Länder sowie der Kinder und Jugendbibliothek werden wöchentlich aktualisiert. Das Selbstverständnis und die Zweckbestimmung von Bibliotheken hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Auch die ZLB sieht ihre Aufgabe darin sich neu zu definieren und dem Potential von öffentlicher Bibliothek gerecht zu werden. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, welche Entwicklung diese, für Berlin zentrale Bibliothek, stattdessen in Zukunft nehmen wird.

Projektleitung: Katharina Hohmann und Christiane ten Hoevel
Mitarbeit: Elke Falat und Karoline Walter
Partner: Das Projekt, die Ausstellung und das Begleitprogramm, wird mit der ZLB, der Pressesprecherin Frau Anna Jacobi, dem Direktor Herrn Volker Heller, sowie dem Leiter der Artothek, Herrn Christian Wollert, gemeinsam abgestimmt und durchgeführt.
Technikpartner und Förderer: Eidotech, Berlin
Förderung: Die Ausstellung und die Publikation werden gefördert vom Hauptstadtkulturfonds.
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Als Vorläufer zu dem Projekt 2016 erschien 2014 ein Buch mit fiktiven künstlerischen Projekten für die AGB

Ich habe mir das Paradies immer als eine Art Bibliothek vorgestellt*
Künstlerische Vorschläge für die Amerika Gedenkbibliothek, Berlin

Hg.: Katharina Hohmann und Christiane ten Hoevel
mit Beiträgen von
22 Künstler_innen: Bettina Allamoda • Arnold Dreyblatt • Eckhard Etzold • Nina Fischer / Maroan El Sani • Ceel Mogami de Haas • Adib Fricke • Aloïs Godinat • Kurt Grunow / Harry Walter • Katharina Hohmann • Christiane ten Hoevel • Kirsten Johannsen • Marine Kaiser • Stefan Krüskemper • Juliane Laitzsch • Seraphina Lenz • Isa Melsheimer / Annette Kisling • Michaela Nasoetion • Inken Reinert • Eva-Maria Schön • Ambroise Tièche • Stella Veciana • Ella Ziegler

Die Anthologie „Ich habe mir das Paradies immer als eine Art Bibliothek vorgestellt“ stellt in einem Taschenbuch eine Sammlung von kurzen Texten, Konzepten Zeichnungen, Collagen und Fotografien von bildenden Künstlern_innen vor. Ausgangspunkt ist die Frage nach imaginären künstlerischen Eingriffen in einen ganz spezifischen Bibliotheksraum, den der Amerika Gedenkbibliothek. Im Was-Wäre-Wenn-Modus, der am Ursprung jeder Fiktionalität steht, lassen wir die Bibliothek um uns herum treiben und treiben in ihr.
Zur freien Entfaltung dieser Fiktion haben die Herausgeberinnen 22 Künstler_innen bzw. Künstlerduos, eingeladen, die in ihrer künstlerischen Praxis an Bezügen zu Buch, Lesen und Bibliothek arbeiten. Zusammen gekommen sind rein utopische
Herangehensweisen, welche der Amerika Gedenkbibliothek offene Fragen in Form von – zunächst – nicht auf Realisierbarkeit hin gedachten Projekten stellen. Ziel dieses Buches ist die Entfaltung eines vielfältigen Dialogs zwischen den Künstler_innen und dem öffentlichen Raum ‚Public Library‘. Offene Reflexionen zu den Themen Lesen, Bildung, Wissen und Selbstbestimmtheit in einer Phase des digitalen Umbruchs fließen mit ein. Die Relevanz und Poesie dieser Sammlung: „Ich habe mir das Paradies immer als eine Art Bibliothek vorgestellt“ liegt auch in der Aktualität der Debatte um öffentliche Bibliotheken und ihre Stellung in der Volksbildungslandschaft. An Bibliothekskonzepten kann die Position, die Rolle abgelesen werden, welche eine Stadt bzw. ein Land der (freiwilligen) Allgemeinbildung zuerkennt. Bibliotheken, ihre Bestände und Konzepte, sind eine Art Seismograph der Kultur, für die sie stehen. Dass es uns nun darum geht, mit bildender Kunst an einem öffentlichen Ort dezidierte Fragen an eine Bibliothek, ganz speziell an die AGB, zu stellen und nicht die Faktizität politischer Diskurse abzuwarten, bedeutet, sich auf subtile und vielfältige Weise einzumischen und Gedanken und Formen unterschiedlichen Charakters zu entwickeln.

Die für dieses Buchprojekt eingeladenen Künstler_innen aus Genf, Berlin, New York, Brüssel und Stuttgart sind in je eigenen künstlerischen Feldern unterwegs und haben darum einen jeweils anderen Blick auf diesen Ort. Nicht zuletzt geht es aber beim Blick auf die utopische Dimension um das ganz Konkrete, das Großartigste, was wir in der Bibliothek gemeinsam besitzen: die Bücher und ihre Einzigartigkeit in der Vielheit. Die Überraschungen im Umgang mit der AGB sind vielfältig und erwecken den Ort – imaginär – ganz neu zum Leben.

*Siempre imaginé que el paraíso sería algún tipo de biblioteca. (Jorge Luis Borges)

Herausgeberinnen: Katharina Hohmann und Christiane ten Hoevel
ISBN: 978-3-95763-252-4
Gefördert durch den Bezirkskulturfonds Friedrichshain-Kreuzberg
Preis: 12,50 €
Zu bestellen über den Verlag:
Revolver Publishing, Immanuelkirchstr.12, D – 10405 Berlin
Email:
info@revolver-publishing.com | Tel.: +49 (0)30 616 092 36
www.revolver-publishing.com

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Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Vereinigten Staaten Amerikas.